AN WIE VIELE TÜREN
muss sie noch klopfen, um die
Diagnose Hypophosphatasie zu erhalten?

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Hypophosphatasie (HPP) kann mit Erkrankungen wie Fibromyalgie, Arthritis, Pseudogicht oder Osteoporose verwechselt werden. Achten Sie daher bei Ihren Patient:innen auf eine zu niedrige alkalische Phosphatase-Aktivität.

Was ist Hypophosphatasie?

HPP ist eine erbliche Systemerkrankung, die durch eine verminderte Aktivität der alkalischen Phosphatase (AP) verursacht wird. Sie kann Knochen, Muskulatur, Zähne und weitere Organsysteme betreffen und bleibt aufgrund ihrer unspezifischen Symptomatik häufig lange unerkannt.1–4

Was sind typische Symptome bei Hypophosphatasie?1–3

  • Mobilitätseinschränkungen
  • Knochen-, Gelenk- und Muskelschmerzen
  • Fatigue
  • Stressfrakturen, verzögerte Frakturheilung
  • Vorzeitiger Milchzahnverlust
  • Ausgeprägte Muskelschwäche
  • Brain Fog
  • Nierenfunktionsstörungen

Die Erkrankung kann mit einer erheblichen Krankheitslast und funktionellen Einschränkungen einhergehen. Patient:innen können auf Mobilitätshilfen bis hin zum Rollstuhl angewiesen sein.5

Was ist das klinische Spektrum bei HPP?

Das klinische Bild der HPP ist heterogen. Heute wird die Erkrankung als Kontinuum verstanden, das sich grob in zwei Kategorien einteilen lässt: die Early-Onset-HPP (Manifestation vor dem Alter von 6 Monaten, mit oder ohne Ateminsuffizienz) und die Late-Onset-HPP (Manifestation ab einem Alter von 6 Monaten).6

Warum wird HPP häufig spät diagnostiziert?

Gerade Erwachsene, deren Symptome im Kindesalter unerkannt blieben oder nicht vollständig abgeklärt wurden, erhalten die Diagnose HPP häufig erst nach einer langwierigen diagnostischen Odyssee.7,8 Die Daten des Global HPP Registry verdeutlichen diese diagnostische Verzögerung: Bei Erwachsenen mit im Kindesalter beginnender Symptomatik betrug die mediane Zeit bis zur Diagnose 24,5 Jahre (0–46,3 Jahre), während sie bei Kindern mit Erkrankungsbeginn zwischen 1 und <18 Jahren median 8,4 Monate betrug (0–10,7 Jahre).6 Die unspezifischen Beschwerden überschneiden sich mit denen deutlich häufigerer Erkrankungen. Entsprechend erhalten Betroffene nicht selten zunächst geläufigere Fehldiagnosen.9–11

Welche häufigen Differenzialdiagnosen gibt es bei HPP?

Wie wirkt sich HPP auf das Leben der Patient:innen aus?

HPP kann nahezu alle Lebensbereiche beeinträchtigen. Schmerzen, Fatigue und eingeschränkte Mobilität erschweren vielen Patient:innen alltägliche Aktivitäten; teilweise sind Hilfsmittel oder Anpassungen des Wohnumfelds notwendig.12,13 Registerdaten zeigen, dass Erwachsene mit HPP im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung eine eingeschränkte gesundheitsbezogene Lebensqualität aufweisen und häufiger über psychische Belastungen wie Depression, Angst und Stress berichten. 5,14 Zudem wurde bei Erwachsenen mit pädiatrisch begonnener HPP zu Studienbeginn eine eingeschränkte Arbeitsproduktivität beobachtet: Die Beeinträchtigung der Arbeitsleistung während der Arbeit (Presenteeism) lag bei 39,6 %, der Gesamtverlust der Arbeitsproduktivität bei 41,9 %, gemessen mit dem Work Productivity and Activity Impairment Questionnaire.5

Kennen Sie den wichtigsten diagnostischen Hinweis auf HPP?

Ein wesentlicher Grund für Fehldiagnosen ist, dass erniedrigte AP-Werte häufig nicht vollständig abgeklärt werden.15 Dabei stellt eine persistierend zu niedrige AP-Aktivität – unter Berücksichtigung alters- und geschlechtsspezifischer Referenzbereiche – den wichtigsten Hinweis auf eine HPP dar und sollte Anlass für eine weiterführende Diagnostik sein.2,3
* Referenzwerte können je nach Labor variieren. Persistierend erniedrigte Werte sollten weiter abgeklärt werden.

Öffnen Sie die Tür zu mehr Wissen über HPP – von den klinischen Manifestationen und der Krankheitslast bis hin zu den entscheidenden Hinweisen für eine frühzeitige Diagnosestellung.

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Referenzen

  1. Rockman-Greenberg C, Pediatr Endocrinol Rev. 2013; 10:380–388.
  2. Khan AA et al., Osteoporos Int. 2024; 35(3):431–438.
  3. Seefried L et al., Calcif Tissue Int. 2025; 116(1):46.
  4. Whyte MP, Hypophosphatasia: Nature’s Window on Alkaline Phosphatase Function in Humans. Academic Press, 2008.
  5. Dahir KM et al., Front Endocrinol. 2023; 14:1138599.
  6. Kishnani PS et al., Orphanet J Rare Dis. 2025; 20(1):626.
  7. Colazo JM et al., Osteoporos Int. 2019; 30(2):469–480.
  8. Högler W et al., BMC Musculoskelet Disord. 2019; 20(1):80.
  9. Feurstein J et al., Orphanet J Rare Dis. 2022; 17(1):435.
  10. Karakostas P et al., Z Rheumatol. 2022; 81(6):513–519.
  11. Hofmann C et al., Arthritis und Rheuma. 2023; 43(02):113–119.
  12. Rush ET et al., Orphanet J Rare Dis. 2019; 14(1).
  13. Seefried L et al., Journal of Bone and Mineral Research. 2020; 35(11):2171–2178.
  14. Durrough C et al., Bone. 2021; 142.
  15. Hoff P et al., BMJ Open. 2025; 15(7):e097235.
  16. Niederau CM, Böhm BO, Klinikleitfaden Labordiagnostik. Elsevier GmbH, Urban & Fischer Verlag, 2021.